WestLand und der Rest der Welt – Beitrag 41 –

„… ihr müsst nur TOOOOOOBIIIIII sagen.“, formulierte Heidi gerade wieder, nahe der Bildschirmkamera, als TOBI und Christian sich fast gleichzeitig meldeten.

„Wir hören dich, Heidi!“, unterbrach sie Christian, und …
„Sie hören dich jetzt.“, meldete TOBI.

„Oh!“, verstummte Heidi verduzt und ließ augenblicklich von ihrer Pantomime ab. „Na endlich. Hallo Weltenwanderer. Ich bin begeistert, dass es Paul tatsächlich geschafft hat. Was sagst du zu TOBI? Und wer ist diese kleine Schönheit an deiner Seite?“

„Hol mal Luft Heidi.“, verlangte Christian und ignorierte Heidi`s Lachen. „Wir haben nicht viel Zeit. Ich möchte vermeiden, dass die großen Menschen misstrauisch werden.“

„Es ist trotzdem genug Zeit dir zu sagen, dass es schön ist, dich wieder zu sehen.“, erwiderte Heidi streng, was Chrisian die Röte ins Gesicht steigen ließ. „Nun gut, bis hier her hast du es geschafft. Wie soll es weiter gehen?“

Christian erklärte ihr, dass erst ein wenig mehr Informationen von TOBI bekommen musste, um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Und er rief auch sogleich nach ihm, was auf Klara fast den Eindruck machte, als wollte er sich Heidi´s Einfluss entziehen.

„TOBI? Was ist deine ursprüngliche Aufgabe gewesen, und seit wann gibt es dich?“, war Christians erste Frage.

„Hinter den Sinn meiner Existenz bin ich bis heute noch nicht gekommen. Fakt ist, dass mir alles mitgegeben wurde, um Sicherungsanlagen zu unterlaufen und Fremdzugriffe auf meine Dateien zu verhindern.“

„Du kannst die versteckten Bildschirme aktivieren und kontrollierst ihre Funktionen?“ Christian`s Fragen kamen Schlag auf Schlag.

„Ja. Bis auf die Bildschirme, über denen mittlerweile Mauern stehen. Diese Dateien habe ich aus Sicherheitsgründen gesperrt.“, beantwortete TOBI die Fragen genau so prompt.

„Für meinen Plan wäre es notwendig, dass an allen Orten alle Bildschirme genau dasselbe senden, zu genau dem gleichen Zeitpunkt. Bekommst du das hin?“

„Ja. Dazu erstelle ich eine Aufzeichnung deiner Botschaft. Ich kann dich aber auch live auf Sendung bringen, gehe aber davon aus, dass du zu diesem Zeitpunkt anderweitig beschäftigt bist und nicht unbedingt vor einer Kamera stehen möchtest.“

Christian überlegte kurz und gab dann zu, dass er nur die Hälfte des Satzes verstand, immerhin aber so viel, dass TOBI in seiner Annahme richtig lag. Nun wollte er alles über TOBI´s Zugriff auf den Bereich der Drohnen erfahren. Und je länger TOBI Bericht erstattete, desto mehr verfinsterte sich Christian´s Gesicht. Auch die weiter führenden Auskünfte über den rodLändischen Bereich schienen Christian nicht zu gefallen. Scheinbar hatte es die Behörde in RodLand geschafft, eigene Programme zu erstellen, auf die TOBI keinen Zugriff bekam. Er wusste zwar, dass sie existierten, aber TOBI konnte sie nicht lesen. Vor allem die Dateien über die Sterbehäuser und die Kontrollmechanismen der Chips waren für TOBI unangreifbar. Da er aber IVI´s Aktivitäten gut kannte, schätzte er deren Möglichkeiten noch viel besser ein, auf diese Dateien Zugriff zu bekommen. Er meinte, das läge vor allem daran, dass diese nicht ausnahmslos mit Uraltfunktionen operierten, wie er selbst.
Damit reichte es Christian für´s Erste an Informationen und er zog sich mit der Aussage, er müsste jetzt noch ein wenig nachdenken, zurück und verschwand mit Paul in dem Tunnel, den sie vor so kurzer Zeit noch für etwaige Flüchtlinge aus RodLand hergerichtet hatten.

Nach einer Viertelstunde erschien er wieder bei Klara und sie sah ihm sofort an, dass nun sein Plan fest stand.

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