Die Silvester-Party

Silvester ist wohl für jedes Kleinkind von gerade einmal vier Jahren ein Termin, den es unbedingt einhalten muss. Vor allem, wenn eine ganze Hausgemeinschaft plant, das neue Jahr gemeinsam zu begrüßen.

Martin war der Meinung, an einem solchem Tag müsse man ganz früh aufstehen, und mit den Vorbereitungen beginnen.

Es muss so gegen vier gewesen sein, als er die Tür zu meinem Schlafzimmer super leise schloss. Wahrscheinlich hatte er zudem auch noch das Glück, mich in einer Tiefschlafphase zu erwischen, … ich kann es euch nicht sagen, warum. Aber ich hörte ihn einfach nicht.

Ab hier kann ich echt nur erahnen, was danach passierte.  Aber als erstes muss er los gegangen sein, und alle, für ihn erreichbaren Schüsseln aus der Küche ins Wohnzimmer geschleppt haben.

Wir waren für das Knabberzeug und die Süßigkeiten an diesem Abend zuständig.

Also holte der Junge sämtliche Tüten, die er fand, und zu denen er gelangen konnte aus den Wohnzimmerschrank.

Wie auch immer, bekam er sie auch fast alle auf, und verteilte deren Inhalt in die Schüsseln.

Als diese nicht ausreichten, holte er noch aus den Wohnzimmerschränken alle Gefäße heraus, die ihm irgendwie dazu geeignet erschienen, das Knabberzeug unterzubringen, und füllte auch diese noch auf.

Ihr kennt das? Man wird munter, bemerkt etwas Ungewöhnliches, sieht auf die Uhr, und denkt ‚oh nein‘?

In dem Moment, wo man sich zurück auf das Kissen sinken lässt, sind eigentlich schon alle Messen gesungen. Und wenn man dann überhaupt nichts hört, ist man mit einem Schlag wach.

Ich stand also auf, kam ins Wohnzimmer und dachte im nächsten Moment, ich hätte eine Erscheinung.

Auf dem Wohnimmertisch standen … zig Schüsseln mit bunt zusammen gewürfeltem Knabberzeug. Der Fußboden sah aus, wie in einem Kino nach der Hauptvorstellung und mein Kind lag zusammengerollt auf der Couch und schlief tief und fest.

Meine Oma war hinter mich getreten und zog mich aus dem Zimmer.

„Da kannst du jetzt doch nichts ändern.“ meinte sie lachend. „Aber wehe dir, du schimpfst mit ihm, wenn er wach wird. Er wollte dir doch nur helfen.“

Sie hatte Recht. Wir beide bereiteten uns ein gemütliches Frühstück in der Küche.

Martin kam irgendwann heraus und zeigte mir freudestrahlend sein Werk und ich lachte nur und lobte ihn, wie fein er das alles gemacht hatte.

Dass ich ihn dann zum Helfen beim Saubermachen beorderte, fand er nicht so toll. Aber da stieß er sogar bei der Uroma auf Granit.

In dieser Silvesternacht aßen wir alle abgestandene Flips und Cracker.

Den Kindern machte das nichts aus.

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