Das Schlagspiel, Fortsetzung

Hallo, und lieben Dank für euer Verständnis für die Unterbrechung.

Also ich stellte Martin vor mich hin, erklärte ihm die Regeln des Spieles und er war damit einverstanden. Selbstverständlich überließ ich ihm den ersten Zug.

Und ihr werdet nicht glauben, was passierte. So schnell konnte ich gar nicht denken, wie ich die erste Ohrfeige weg hatte.

Ich saß auf seinem Bett und begriff die Welt nicht mehr. Da hatte mir dieser Knirps doch tatsächlich eine runter gehauen. Ich hatte ja noch Skrupel, meinen Teil des Spieles einzubringen, weil ich nie damit gerechnet hatte, dass er sich das wirklich traut. Aber nun musste ich ja handeln. Also gab ich ihm eine Ohrfeige zurück, ohne wirklich fest zuzulangen.

„Du bist dran!“, forderte ich ihn danach auf. Und wirklich, er schlug wieder zu. Und in seinen Augen blitzte so etwas wie Triumph oder Freude. ‚So nicht, mein Freund, dachte ich‘, und schlug jetzt schon ein wenig fester zu.

Trotzdem hielt ihn das nicht davon ab, mir die nächste Ohrfeige zu verpassen. Ich war gespannt, wie weit dieses Kind tatsächlich gehen würde und erwiderte entsprechend. Und hier passierte schon etwas. Auch wenn ich nicht wirklich mit Kraft zugeschlagen hatte, taten die Ohrfeigen weh.

Beim vierten Schlagabtausch zögerte Martin schon merklich. Er wusste ja, dass auch ich mich an die Regeln hielt. Ich fragte ihn, ob wir aufhören sollten, aber trotzig verneinte er, … und schwupp, hatte ich die nächste Ohrfeige bekommen.

Es kostete mich schon einiges an Überwindung, in die nächste Ohrfeige tatsächlich Kraft hinein zu legen. Es blieb mir aber nichts anderes übrig. Entsprechend reagierte Martin, denn dieses Mal tat es wirklich weh. Tränen stiegen ihm in die Augen und er hielt schützend beide Hände vor die Wangen.

„Du bist dran!“, forderte ich ihn wieder auf. Aber Martin wich einen Schritt vor mir zurück und schüttelte nur den Kopf.

„Okay!“, willigte ich sofort ein. „Wenn du mich also demnächst wieder treten möchtest, können wir gern wieder das Schlagspiel spielen.“

Es gab noch den einen oder anderen Versuch mir weh zu tun, oft, aus einer Situation heraus, die ihn wütend gemacht hatte. Ich brauchte ihn dann immer nur ruhig zu fragen, ob er Lust auf das Schlagspiel hätte. Diese Frage hat er mir nicht ein einziges Mal mit ‚Ja‘ beantwortet.

Auch in der Kita besserte sich danach sein Verhalten. Wenn es tatsächlich noch zu Auseinandersetzungen kam, sprachen wir von nun ab nur noch von Rangeleien oder Schubsen. Martins Kindergärtnerin sprach mich irgendwann einmal an und fragte mich, was ich denn mit ihm angestellt hätte.

Ich habe es ihr nicht verraten.

Es gibt viele Websites und Blogs zu diesem Thema. Ich habe einen gefunden, der meiner Meinung nach einigermaßen an der Realität orientiert ist, und zwar hier…

 

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